Wissenschaftliche Grundlagen: Multimodale Therapieansätze
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Ganzheitlicher Ansatz
DIPS basiert auf wissenschaftlich anerkannten Konzepten der gerontologischen Aktivierung und orientiert sich insbesondere an der multimodalen Therapie. Dieser ganzheitliche Ansatz spricht mehrere Lebensbereiche gleichzeitig an und berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten von Menschen mit kognitiven Einschränkungen.
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Integrierte Stimulation
Die multimodale Therapie kombiniert kognitive, körperliche, soziale und emotionale Stimulation zu einem integrierten Behandlungskonzept. Durch die gleichzeitige Aktivierung verschiedener Sinneskanäle und Funktionsbereiche wird eine nachhaltigere Wirkung erzielt als bei isolierten Einzelinterventionen. Diese wissenschaftlich fundierte Herangehensweise macht DIPS zu einem besonders effektiven Instrument in der gerontologischen Betreuung.
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Kontinuierliche Entwicklung
Die DIPS-Struktur wurde durch verschiedene Forschungsprojekte evaluiert und kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei fließen sowohl internationale Erkenntnisse aus der Gerontologie als auch praktische Erfahrungen aus dem deutschen Pflegealltag in die Gestaltung des Systems ein.

Multimodale Therapie verbindet verschiedene Behandlungsansätze zu einem ganzheitlichen Konzept für optimale Betreuungsergebnisse.
Modernes Betreuungskonzept: Modular und Sequenziert
DIPS bietet ein flexibles, modernes Betreuungskonzept, das sowohl modularisiert mit einzelnen Bausteinen als auch sequenziert als vollumfängliche Therapieeinheit eingesetzt werden kann. Diese Flexibilität ermöglicht eine optimale Anpassung an individuelle Bedürfnisse und Gruppendynamiken.
Zwei Anwendungsmodi:
  • Modularisiert - Einzelne Bausteine je nach Bedarf
  • Sequenziert - Vollumfängliche Therapieeinheit
Beispiel einer vollständigen Betreuungssequenz:
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Soziale Einstimmung
Begrüßung und Gruppenbildung
Schaffen einer vertrauten Atmosphäre
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Tages-/Jahreszeitliche Verortung
Ritualisierte Inhalte zur Orientierung
Bezug zu aktueller Zeit und Jahreszeit
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Kognitive Aktivierung
Gedächtnistraining und geistige Stimulation
Angepasst an Gruppenniveau
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Körperliche Aktivierung
Bewegungsübungen und Motorik
Verschiedene Mobilitätsstufen
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Entspannung/
Wohlbefinden
Beruhigende Abschlussphase
Stressregulation und mentale Gesundheit
Adaptive Eigenschaften:
Anpassung der Schwierigkeit
Individuell angepasste Herausforderungen
Verschiedene Schwierigkeitsgrade verfügbar
Übergeordnete Themen (saisonal, biografisch)
Saisonale Inhalte und Bezüge
Biografische Anknüpfungspunkte
Individuelle Bedürfnisse und Vorlieben
Personalisierte Betreuungsansätze
Berücksichtigung persönlicher Interessen
Flexible Dauer und Intensität
Anpassbare Zeitrahmen
Variable Intensitätsstufen
Wissenschaftliche Grundlagen der vier Aktivierungsbereiche
Physis
Evidenzbasierte Bewegungsförderung
  • Sport als effektivste Präventivmaßnahme gegen Krankheiten
  • Studie "Effect of Structured Physical Activity on Prevention of Major Mobility Disability in Older Adults" (Pahor et al., LIFE Study) - Erhalt der Selbstständigkeit: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24866862/
  • Orientierung an BAR-Qualitätsstandards für Rehabilitationssport
  • Leitbegriffe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur körperlichen Aktivität
  • Ein erhöhtes Risiko von 80% für kardiovaskuläre Ereignisse bei >8 Stunden Sitzen täglich
  • Ziele: Ausdauer und Kraft stärken, Koordination und Flexibilität verbessern
Kogniton
Neuroplastizität und Gedächtniserhalt
  • Unterscheidung zwischen kognitiver Mechanik (biologisch vererbt) und kognitiver Pragmatik (sozio-kulturell erlernt)
  • Wissenschaftliche Belege für Trainierbarkeit kognitiver Fähigkeiten, u.a. durch die Berliner Altersstudie (Lindenberger et al.)
  • Sechs Kernbereiche: Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Denken, Gedächtnis, Handeln, Sprache
  • Das Arbeitsgedächtnis erreicht sein Maximum im Alter von ca. 25 Jahren
  • Die kognitive Pragmatik bleibt oft bis weit über das 50. Lebensjahr hinaus stabil
  • Ziel: Aufrechterhaltung der Alltagskompetenz und Autonomieerhaltung
Psyche
WHO-Definition von Lebensqualität
  • Die Basale Stimulation nach Fröhlich (1975/1980er) spricht verschiedene Wahrnehmungsebenen an
  • Berliner Insomnia-Projekt (Alice Salomon Hochschule): Zusammenhang zwischen Schlafqualität und Aktivierung
  • Autonomie als Bereitstellung von Wahlmöglichkeiten, nicht nur Selbstversorgung
  • Psychische Gesundheit in Deutschland (Bericht des RKI)
  • Ziel: Förderung des mentalen Wohlbefindens, Stressreduktion und Verbesserung der Lebensqualität
Soziale Teilhabe
Prävention von Isolation
  • Risikofaktoren für körperliche und psychische Folgeerkrankungen durch soziale Isolation (Gesundheitsförderung Schweiz, 2018)
  • Kommunikation als komplexer Austausch von Informationen und Emotionen
  • Teufelskreis bei Schlafstörungen und sozialer Isolation
  • Empathie und Wertschätzung als Grundlage für Kommunikation auf Augenhöhe (Forschung zur Kommunikation)
  • Ziel: Prävention von Isolation, Pflege sozialer Kontakte und Förderung der Teilhabe
DIPS in der Praxis
Die folgenden Beispiele zeigen konkrete Anwendungen und Ergebnisse von DIPS. Erfahren Sie, wie unsere evidenzbasierten Ansätze in der Praxis erfolgreich umgesetzt wurden und welche positiven Effekte sie erzielt haben.
Erprobung am PPZ Freiburg
Diese umfassende Evaluation am PPZ Freiburg bestätigt die praktische Relevanz und Wirksamkeit von DIPS im klinischen Alltag. Die Studienergebnisse zeigen, dass digitale Aktivierungsanwendungen wie DIPS nicht nur theoretisch fundiert, sondern auch in der täglichen Pflegepraxis erfolgreich einsetzbar sind. Die wissenschaftliche Begleitung durch das Universitätsklinikum Freiburg verleiht den Forschungsergebnissen zusätzliche Glaubwürdigkeit und macht sie zu einer wertvollen Grundlage für weitere Implementierungen in der gerontologischen Betreuung.
Praktische Erprobung
Im Pflegepädagogischen Zentrum (PPZ) des Universitätsklinikums Freiburg wurde DIPS als Aktivierungsanwendung praxisnah getestet und wissenschaftlich evaluiert.
Wissenschaftliche Dokumentation
Die Ergebnisse sind im Tagungsband "Zukunft der Pflege" dokumentiert und liefern anwendungsnahe Evidenz für evidenzbasierte Pflegeinnovation.
Diese Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem 'Cluster Zukunft der Pflege' durchgeführt, was die wissenschaftliche Qualität und Relevanz der Ergebnisse zusätzlich unterstreicht.
BMBF-Förderung: Das i-CARE Projekt
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts i-CARE wurde Media4Care als tabletbasierte Aktivierungsanwendung für Menschen mit Demenz basierend auf DIPS umfassend erprobt und wissenschaftlich evaluiert.
Das Projekt i-CARE untersuchte systematisch den Einsatz digitaler Technologien in der Demenzbetreuung und entwickelte evidenzbasierte Implementierungsstrategien. Die wissenschaftliche Begleitung dokumentierte sowohl die direkten Auswirkungen auf die Bewohner als auch die Effekte auf Pflegekräfte und Angehörige.
  • Tabletbasierte Aktivierungsanwendung
  • Wissenschaftliche Evaluation 2021
  • Praxiserprobung in Pflegeeinrichtungen
  • Dokumentation digitaler Aktivierung

Die i-CARE Publikation 2021 unterstreicht die Relevanz digitaler Aktivierung in der modernen Pflege.
Modellprojekt "Pflege 2030": Zukunftstechnologien im Einsatz
Im vom Bayerischen Staatsministerium geförderten Modellprojekt "Pflege 2030" wirkt Media4Care als strategischer Technologiepartner mit. Das Projekt, das bis Mitte 2026 läuft, implementiert im Haus Curanum Karlsfeld sensor- und KI-gestützte Pflegeprozesse und evaluiert diese wissenschaftlich.
Technologieintegration
Implementation moderner Sensor- und KI-Technologien in den Pflegealltag zur Unterstützung von Fachkräften und Bewohnern.
Wissenschaftliche Begleitung
Kontinuierliche Evaluation der implementierten Technologien durch unabhängige Forschungsinstitute und Dokumentation der Ergebnisse.
Best-Practice-Entwicklung
Entwicklung eines übertragbaren Modells für personal- und technologiegestützte, bedarfsorientierte Pflege.
Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines übertragbaren Best-Practice-Modells für personal- und technologiegestützte, bedarfsorientierte Pflege. Die Ergebnisse sollen anderen Pflegeeinrichtungen als Blaupause für die erfolgreiche Integration innovativer Technologien dienen. Weitere Informationen zum aktuellen Projektstand finden Sie unter: Modellprojekt "Pflege2030"
Non-pharmakologische Interventionen: Evidenz ohne Medikamente
Non-pharmakologische Ansätze bieten nebenwirkungsfreie Alternativen zur medikamentösen Behandlung.
Die wissenschaftliche Evidenz für non-pharmakologische Interventionen in der Demenzbetreuung ist durch zahlreiche internationale Studien und Leitlinien belegt. Insbesondere die NICE-Leitlinien und WHO-Berichte betonen die Bedeutung nicht-medikamentöser Ansätze in der ganzheitlichen Demenzbetreuung.
Diese Interventionen umfassen kognitive Stimulation, körperliche Aktivierung, soziale Interaktion und kreative Therapieformen. DIPS integriert diese evidenzbasierten Ansätze in ein digitales Format, das eine konsistente und qualitativ hochwertige Umsetzung in verschiedenen Pflegesettings ermöglicht.
Der Vorteil non-pharmakologischer Interventionen liegt in ihrer Nebenwirkungsfreiheit und der Möglichkeit, individuell an die Bedürfnisse und Vorlieben der Bewohner angepasst zu werden. Sie fördern nicht nur die kognitiven Funktionen, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität.
Evidenzlage im Überblick: Messbare Erfolge
4000+
aktive Einrichtungen
Pflegeeinrichtungen im deutschsprachigen Raum haben DIPS in Gebrauch
48.000
professionelle Nutzer
Betreuungskräfte in ambulanten, stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen
1400000
1.4 Millionen Senioren erreicht
Ein Drittel aller Seniorenheime Deutschlands über 10+ Jahre
78%
gesteigerte Lebensqualität
Der Bewohner zeigen Verbesserungen in Lebensqualität und Alltagsfähigkeiten
Die lange Zeit von über zehn Jahren als DAS Betreuungskonzept im professionellen Rahmen ergibt eine Studiengruppe von enormer Größe: Über die Jahre hat das DIPS Konzept circa 1,4 Millionen Senioren erreicht, und etwa 100.000 Betreuungskräfte.
Besonders bemerkenswert ist die hohe Akzeptanz sowohl bei Bewohnern als auch bei Pflegekräften. Die regelmäßige Nutzung hat sich als optimal erwiesen, um positive Effekte zu erzielen, ohne Überforderung zu verursachen. Diese Dosierung ermöglicht eine nachhaltige Integration in den Pflegealltag.
Die kontinuierliche Evaluation und Anpassung der Programme basierend auf den Rückmeldungen aus der Praxis gewährleistet, dass DIPS nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern auch praxistauglich bleibt und sich den sich wandelnden Anforderungen in der Pflege anpasst.
DIPS: Wegweisend für die Zukunft der Betreuung
DIPS repräsentiert die erfolgreiche Verbindung von wissenschaftlicher Fundierung und praktischer Anwendbarkeit in der modernen Gerontologie. Durch die Kombination evidenzbasierter Therapieansätze mit innovativer Digitaltechnologie entstehen neue Möglichkeiten für eine qualitativ hochwertige, personenzentrierte Betreuung.
Wissenschaftliche Exzellenz
  • Evaluiert in über 4000 Einrichtungen
  • BMBF- und Bayerische Staatsförderung
  • Dokumentiert in internationalen Publikationen
  • Basiert auf NICE-Leitlinien und WHO-Empfehlungen
Praktische Relevanz
  • Integration in bestehende Pflegesysteme
  • Unterstützung für Betreuungskräfte
  • Messbare Verbesserung der Lebensqualität
  • Nachhaltige Implementierung im Pflegealltag

DIPS steht für eine Zukunft der Pflege, in der Technologie und menschliche Zuwendung Hand in Hand gehen, um optimale Betreuungsergebnisse zu erzielen.
Digitales Impuls- und Präventionssystem

Kontakt: info@DIPS.care